Wer ist die beste Tennisspielerin aller Zeiten?
In dieser sporthistorischen Einordnung steht Serena Williams auf Platz 1.
Ihre 23 Grand-Slam-Titel im Einzel sind Rekord für eine Spielerin, deren gesamte Major-Karriere in die Open Era fällt.
Dazu kommen 319 Wochen als Nummer 1, Titel auf allen Belägen, vier olympische Goldmedaillen und eine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit über mehrere Tennisgenerationen.
Eine mathematisch eindeutige GOAT-Antwort gibt es trotzdem nicht.
Steffi Graf hält mit 377 Wochen den WTA-Rekord an der Weltranglistenspitze und vollendete 1988 als bislang einzige Spielerin oder einziger Spieler einen Calendar-Year Golden Slam.
Margaret Court hält mit 24 Major-Einzeltiteln den historischen Rekord, wobei ein großer Teil ihrer Erfolge vor Beginn der Open Era 1968 erzielt wurde.
Martina Navratilova verbindet 18 Majors mit 332 Wochen als Nummer 1, neun Wimbledon-Titeln und dem WTA-Rekord von 167 Einzeltiteln.
Inhalt
- Wie dieses Ranking entstanden ist
- Top 10 im Überblick
- 1. Serena Williams
- 2. Steffi Graf
- 3. Martina Navratilova
- 4. Margaret Court
- 5. Chris Evert
- 6. Monica Seles
- 7. Billie Jean King
- 8. Venus Williams
- 9. Justine Henin
- 10. Martina Hingis
- Serena, Graf, Navratilova oder Court?
- Aktuelle Generation
- Häufige Fragen
- Quellen und Datenbasis

Wie dieses Ranking entstanden ist
Ein All-Time-Ranking im Tennis kann nicht einfach nach der Zahl der Grand-Slam-Titel sortiert werden.
Spielerinnen verschiedener Generationen hatten unterschiedliche Turnierkalender, Reisemöglichkeiten, Trainingsbedingungen und Karrierewege.
Besonders wichtig ist die Grenze zwischen der Zeit vor und nach Beginn der Open Era 1968.
Auch das offizielle computergestützte WTA-Ranking existiert erst seit 1975.
Für frühere Spielerinnen wie Margaret Court oder Billie Jean King gibt es deshalb keine direkt vergleichbare Zahl von Wochen als Weltranglistenerste.
Die fünf Kriterien
- Major-Erfolge: Grand-Slam-Titel, Finals und besondere Leistungen bei den vier wichtigsten Turnieren.
- Dominanz: Zeit an der Weltspitze, Saisonbilanzen und Abstand zur jeweiligen Konkurrenz.
- Peak und Langlebigkeit: Wie hoch war das maximale Niveau und wie lange konnte es gehalten werden?
- Vielseitigkeit: Erfolge auf unterschiedlichen Belägen und unter verschiedenen Bedingungen.
- Historische Bedeutung: Einfluss auf Spielweise, Professionalisierung und nachfolgende Generationen.
Die Reihenfolge ist eine redaktionelle sporthistorische Einordnung.
Die zugrunde liegenden Titel- und Rankingdaten sind überprüfbare Fakten; ihre Gewichtung für die GOAT-Frage bleibt eine Bewertung.
Die 10 besten Tennisspielerinnen aller Zeiten im Überblick
Serena Williams
23 Majors
319 Wochen Nr. 1
Steffi Graf
22 Majors
377 Wochen Nr. 1
Martina Navratilova
18 Majors
332 Wochen Nr. 1
Margaret Court
24 Majors
Ranking nicht direkt vergleichbar
Chris Evert
18 Majors
260 Wochen Nr. 1
Monica Seles
9 Majors
178 Wochen Nr. 1
Billie Jean King
12 Majors
Ranking nicht direkt vergleichbar
Venus Williams
7 Majors
11 Wochen Nr. 1
Justine Henin
7 Majors
117 Wochen Nr. 1
Martina Hingis
5 Majors
209 Wochen Nr. 1
Das offizielle computergestützte WTA-Ranking wurde 1975 eingeführt. Für frühere Spielerinnen sind Wochen als Nummer 1 deshalb nicht direkt mit späteren Karrieren vergleichbar.
1
Serena Williams
Serena Williams verbindet nahezu alle Argumente, die bei einem All-Time-Ranking Gewicht haben.
Sie gewann 23 Grand-Slam-Einzeltitel und stand insgesamt 319 Wochen an der Spitze der Weltrangliste.
Ihre Major-Titel verteilen sich auf alle vier Grand-Slam-Turniere: sieben Australian Open, drei Roland Garros, sieben Wimbledon-Titel und sechs US Open.
Besonders außergewöhnlich ist die zeitliche Spannweite ihrer Dominanz.
Ihren ersten Major gewann Serena 1999 bei den US Open, ihren 23. im Jahr 2017 bei den Australian Open.
Damit blieb sie über verschiedene Spielergenerationen hinweg auf höchstem Niveau konkurrenzfähig.
Hinzu kommen vier olympische Goldmedaillen sowie große Erfolge im Doppel mit ihrer Schwester Venus.
2026 kehrte Serena nach fast vier Jahren Pause wieder auf die Tour und ins Wimbledon-Einzel zurück.
Nicht ein einzelner Rekord entscheidet, sondern die Kombination aus Major-Erfolgen, Langlebigkeit, Leistung auf allen Belägen, Peak-Dominanz und Einfluss auf mehrere Tennisgenerationen.
2
Steffi Graf
Steffi Graf besitzt vielleicht das stärkste Einzelsaison-Argument der gesamten Tennisgeschichte.
1988 gewann sie Australian Open, Roland Garros, Wimbledon und US Open sowie olympisches Einzelgold in Seoul.
Dieser Calendar-Year Golden Slam ist bis heute einmalig.
Grafs Karrierebilanz geht weit darüber hinaus:
22 Major-Einzeltitel, 107 WTA-Einzeltitel und 377 Wochen als Nummer 1.
Letzteres ist weiterhin Rekord im Damentennis.
Graf gewann jedes der vier Majors mindestens viermal.
Für deutsche Tennisfans besitzt ihre Karriere zudem besondere historische Bedeutung.
Mehr zu Graf, Boris Becker, Angelique Kerber und den weiteren deutschen Major-Siegern gibt es in unserem Überblick über die
deutschen Tennis-Legenden und Grand-Slam-Gewinner.
Die Entscheidung gegenüber Serena ist knapp.
Graf besitzt den höheren Peak in einer einzelnen Saison und mehr Wochen als Nummer 1; Serena erhält hier wegen ihrer noch längeren Major-Zeitspanne und ihrer Dominanz über mehrere Generationen den Vorzug.
4
Margaret Court
Margaret Court hält mit 24 Major-Einzeltiteln den historischen Rekord im Damentennis.
Außerdem gewann sie 1970 alle vier Majors innerhalb eines Kalenderjahres.
Sie war damit nach Maureen Connolly 1953 die zweite Frau mit einem Calendar Grand Slam.
Courts Zahlen erfordern historischen Kontext.
Ihre Karriere begann in der Amateurära und setzte sich nach Einführung der Open Era fort.
Von ihren 24 Major-Einzeltiteln stammen 13 aus der Zeit vor 1968 und elf aus der Open Era.
Auch im Doppel und Mixed war Court außergewöhnlich erfolgreich.
Insgesamt gewann sie 64 Major-Titel in allen Disziplinen.
Der Rekord ist ein starkes GOAT-Argument.
Für dieses Ranking werden jedoch auch Wettbewerbsstruktur, Open-Era-Kontext, Ranglistendominanz und die Vergleichbarkeit mit späteren Profikarrieren berücksichtigt.
5
Chris Evert
Chris Evert steht für eine Form von Konstanz, die selbst unter den größten Champions ungewöhnlich ist.
Sie gewann 18 Major-Einzeltitel, stand 260 Wochen auf Platz 1 und erreichte bei 52 ihrer 56 gespielten Majors mindestens das Halbfinale.
Ihre besondere Domäne war Sand.
Evert gewann siebenmal Roland Garros und zwischen 1973 und 1979 125 Sandplatzmatches in Folge.
Ihre Karriere-Siegquote gehört zu den höchsten in der Geschichte des Profitennis.
Ihre Rivalität mit Martina Navratilova wurde zu einem der prägenden Duelle des Sports.
Beide spielten insgesamt 80-mal gegeneinander.
60 dieser Begegnungen waren Finals, darunter 14 Grand-Slam-Endspiele.
Navratilova führte das gesamte Head-to-head mit 43:37.
Evert kombiniert 18 Majors mit außergewöhnlicher Konstanz und einer historischen Sandplatzbilanz.
Im direkten All-Time-Vergleich liegen die vier Spielerinnen vor ihr bei einzelnen Dominanz- oder Rekorddimensionen noch etwas höher.
6
Monica Seles
Kaum eine Karriere wirft eine stärkere „Was wäre wenn?“-Frage auf als die von Monica Seles.
Bereits als Teenager gewann sie acht Major-Titel.
Insgesamt kam sie auf neun Grand-Slam-Siege und 178 Wochen als Nummer 1.
1990 gewann Seles Roland Garros im Alter von 16 Jahren und sechs Monaten und ist bis heute die jüngste Siegerin des Turniers.
1991 wurde sie zur damals jüngsten Nummer 1 der Welt; dieser Rekord wurde später von Martina Hingis gebrochen.
Ihre sportliche Entwicklung wurde 1993 brutal unterbrochen, als sie während eines Matches in Hamburg von einem Zuschauer niedergestochen wurde.
Seles blieb mehr als zwei Jahre vom Wettkampftennis fern.
Nach ihrer Rückkehr gewann sie 1996 noch einmal die Australian Open.
Ihr Peak gehört klar in die historische Spitzengruppe.
Dass ihre Karriere durch das Attentat massiv beeinflusst wurde, macht direkte Langlebigkeitsvergleiche besonders schwierig.
7
Billie Jean King
Billie Jean King gewann 12 Major-Einzeltitel:
sechs in Wimbledon, vier bei den US Open sowie jeweils einen bei den Australian Open und Roland Garros.
Sie erreichte damit den Karriere-Grand-Slam.
Ihre historische Bedeutung reicht weit über Titelzahlen hinaus.
King gehörte 1970 zu den „Original 9“, deren Initiative ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer eigenständigen professionellen Frauentour war.
1973 war sie an der Gründung der WTA beteiligt.
Auch das „Battle of the Sexes“ gegen Bobby Riggs im selben Jahr machte sie zu einer der sichtbarsten Sportlerinnen ihrer Generation und verstärkte die öffentliche Debatte um Gleichstellung und Preisgelder.
Rein nach Einzeltiteln könnten andere Spielerinnen ähnlich starke Argumente besitzen.
Kings Kombination aus sportlicher Klasse und strukturellem Einfluss auf das moderne Damentennis ist jedoch außergewöhnlich.
8
Venus Williams
Venus Williams gewann sieben Major-Einzeltitel, davon fünf in Wimbledon und zwei bei den US Open.
2002 erreichte sie erstmals Platz 1 der WTA-Weltrangliste und verbrachte insgesamt elf Wochen an der Spitze.
Auch ihre Olympia-Bilanz ist außergewöhnlich:
Venus gewann vier Goldmedaillen – eine im Einzel und drei im Doppel gemeinsam mit Serena – sowie Silber im Mixed.
Ihre Bedeutung geht über Resultate hinaus.
Venus gehörte zu den prominentesten Stimmen im Kampf um gleiche Preisgelder für Frauen und Männer in Wimbledon.
Gemeinsam mit Serena prägte sie außerdem eine neue Ära athletischer Power im Damentennis.
Ihre Karriere erwies sich als bemerkenswert langlebig:
Auch 2026 trat sie weiterhin auf der Tour an.
Sie erreicht bei Major-Titeln und Wochen als Nummer 1 nicht die Werte der Spielerinnen vor ihr, besitzt aber eine außergewöhnliche Kombination aus Wimbledon-Erfolgen, Olympia-Bilanz, Langlebigkeit und historischem Einfluss.
9
Justine Henin
Justine Henin gewann sieben Major-Einzeltitel und stand insgesamt 117 Wochen auf Platz 1.
Besonders dominant war sie bei Roland Garros, wo sie viermal triumphierte – darunter drei Titel in Folge von 2005 bis 2007.
Ihre vielleicht beste Saison spielte sie 2007.
Henin gewann zehn Turniere und beendete das Jahr mit einer Matchbilanz von 63:4.
Neben den Majors gewann sie auch olympisches Einzelgold 2004 sowie zweimal die WTA Finals.
Nach einem überraschenden Rücktritt als Nummer 1 im Jahr 2008 kehrte sie 2010 zurück und erreichte unmittelbar das Finale der Australian Open.
Dort unterlag sie Serena Williams.
Einen weiteren Major gewann sie nach dem Comeback nicht mehr.
Henins Peak und ihr technisch außergewöhnliches All-Court-Spiel waren historisch stark.
Im Vergleich mit den höher platzierten Spielerinnen war ihre Zeitspanne an der absoluten Spitze allerdings kürzer.
10
Martina Hingis
Martina Hingis war ein Ausnahmephänomen der 1990er-Jahre.
1997 gewann sie mit 16 Jahren die Australian Open und stieg wenig später zur jüngsten Nummer 1 der WTA-Geschichte auf – ein Rekord, den sie weiterhin hält.
Hingis gewann fünf Major-Einzeltitel und verbrachte insgesamt 209 Wochen auf Platz 1.
Alle fünf Einzel-Majors holte sie noch als Teenager.
Ihre Stärke beruhte weniger auf maximaler Schlaghärte als auf Antizipation, Ballgefühl, Winkelspiel und taktischer Intelligenz.
Später verlängerte sie ihre außergewöhnliche Karriere vor allem im Doppel und Mixed.
Insgesamt gewann Hingis 25 Major-Titel über alle drei Disziplinen.
Fünf Einzel-Majors sind weniger als bei mehreren Kandidatinnen außerhalb dieser Liste.
Die Kombination aus 209 Wochen auf Platz 1, historischen Altersrekorden und außergewöhnlicher taktischer Qualität gibt Hingis hier den Ausschlag.

Serena, Graf, Navratilova oder Court – wer hat das stärkste GOAT-Argument?
Die vier größten Kandidatinnen besitzen unterschiedliche historische Alleinstellungsmerkmale.
Deshalb hängt die Antwort stark davon ab, welche Kriterien besonders gewichtet werden.
Hauptargument: 23 Open-Era-Majors plus außergewöhnliche Langlebigkeit.
Hauptargument: 377 Wochen als Nummer 1 und Golden Slam 1988.
Hauptargument: 167 WTA-Einzeltitel und neun Wimbledon-Siege.
Hauptargument: Historischer Rekord von 24 Major-Einzeltiteln.
Wer ausschließlich Major-Titel zählt, landet bei Court.
Wer die längste Zeit an der offiziellen WTA-Spitze besonders stark gewichtet, erhält Graf.
Bei Tourtiteln und Wimbledon-Dominanz besitzt Navratilova einzigartige Argumente.
Warum steht hier trotzdem Serena auf Platz 1?
Weil sie in dieser Einordnung bei keinem zentralen Kriterium eine gravierende Schwäche besitzt:
23 Majors, 319 Wochen als Nummer 1, Erfolge auf jedem Belag, Olympia, Doppel und eine ungewöhnlich lange Major-Karriere ergeben das vollständigste Gesamtpaket.
Die gleiche Problematik gibt es auch bei den Männern.
Unser separates Ranking der
besten Tennisspieler aller Zeiten
vergleicht dort Djokovic, Federer, Nadal und frühere Generationen nach ähnlichen Grundprinzipien.
Können aktuelle Spielerinnen in diese Top 10 vorstoßen?
All-Time-Listen sind nie endgültig.
Aktive Spielerinnen können ihre historische Position noch erheblich verändern.
Allerdings zeigt dieses Ranking, wie hoch die Hürde ist:
Selbst Platz 10 Martina Hingis verbindet fünf Majors mit 209 Wochen als Nummer 1.
Besonders relevant für künftige Neubewertungen ist Iga Świątek.
Sie hat bereits mehrere Majors gewonnen und mehr als 100 Wochen an der Spitze der Weltrangliste verbracht.
Damit besitzt sie früh in ihrer Karriere bereits Kennzahlen, die historisch bedeutsam sind.
Für eine endgültige All-Time-Einordnung zählen jedoch nicht nur frühe Erfolge, sondern die gesamte Karriere:
weitere Majors, Langlebigkeit, Erfolge auf verschiedenen Belägen und die Fähigkeit, über mehrere Jahre oder sogar Generationen zur absoluten Weltspitze zu gehören.
Häufige Fragen zu den besten Tennisspielerinnen aller Zeiten
Wer ist die erfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten?
Nach der reinen Zahl der Major-Einzeltitel hält Margaret Court mit 24 Titeln den historischen Rekord.
Serena Williams gewann 23 und damit die meisten einer Spielerin, deren gesamte Major-Karriere in die Open Era fällt.
„Erfolgreichste“ und „beste“ sind deshalb nicht automatisch identische Kategorien.
Wer war am längsten Nummer 1 der WTA?
Steffi Graf hält mit 377 Wochen den Rekord.
Dahinter folgen Martina Navratilova mit 332 und Serena Williams mit 319 Wochen.
Das offizielle computergestützte WTA-Ranking wurde 1975 eingeführt.
Was war Steffi Grafs Golden Slam?
Graf gewann 1988 alle vier Grand-Slam-Turniere sowie olympisches Einzelgold in Seoul innerhalb desselben Kalenderjahres.
Dieser Calendar-Year Golden Slam ist im Einzel bis heute einzigartig.
Quellen und Datenbasis
Die statistischen Angaben und historischen Rekorde dieser Aktualisierung wurden schwerpunktmäßig anhand offizieller Daten und historischer Spielerinnenprofile der Women’s Tennis Association (WTA) überprüft.
Für historische Vergleiche wurde berücksichtigt, dass sich Rankingsystem, Turnierstruktur sowie die Trennung zwischen Amateur- und Profitennis im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.
Besonders relevante Datenbereiche waren Grand-Slam-Titel, Wochen als Nummer 1, WTA-Titel, Karrierezeiträume, historische Altersrekorde und ausgewählte Rivalitätsdaten.
Zentrale Primärquellen
Datenstand: 23. September 2026.
Die statistischen Angaben sind Faktenangaben; die Reihenfolge der Top 10 bleibt eine redaktionelle sporthistorische Bewertung.





