📑 Inhalt
- ➡ 1. Was macht Biathlon so faszinierend?
- ➡ 2. Die Grundlagen des Biathlons – Regeln und Formate
- ➡ 3. Deutschlands Erfolgsgeschichte im Biathlon
- ➡ 4. Die Bedeutung des Biathlons in Deutschland
- ➡ 5. Deutschlands Stellung im internationalen Biathlon
- ➡ 6. Fazit: Biathlon als Traditionssport mit Zukunft
- ➡ ❓ FAQ – Häufige Fragen
🏁 Aktuell: Biathlon-Weltcup 2025/26 im Blick
Die Biathlon-Saison 2025/26 startet Ende November in Östersund und führt über Klassiker wie Hochfilzen, Annecy–Le Grand-Bornand, Oberhof und Ruhpolding bis zum Saisonfinale in Oslo-Holmenkollen. Dazu kommt der olympische Höhepunkt in Antholz-Anterselva im Februar 2026 – die Rennen dort gehen zwar nicht in die Weltcupwertung ein, prägen aber die komplette Saisonplanung.
1. Was macht Biathlon so faszinierend?
Biathlon gehört zu den spektakulärsten Wintersportarten überhaupt. Auf der Loipe treiben sich die Athletinnen und Athleten bei hohem Tempo und Puls weit über 180 Schläge pro Minute ans Limit – nur um wenige Sekunden später am Schießstand die Atmung zu beruhigen und in kürzester Zeit fünf präzise Schüsse abzugeben. Dieser ständige Wechsel zwischen Vollgas und absoluter Kontrolle macht den Reiz des Sports aus.
Dass Rennen oft erst in den letzten Minuten entschieden werden, erhöht die Spannung zusätzlich. Ein einziger Fehlschuss kann ein sicher geglaubtes Podest kosten, während eine perfekte Serie am letzten Schießstand aus einer Außenseiterin plötzlich eine Siegkandidatin macht. Kaum ein anderer Wintersport lebt so sehr von unvorhersehbaren Wendungen.
1.1 Biathlon als Duell aus Puls und Präzision
Von außen wirkt das Schießen im Fernsehen oft erstaunlich ruhig. In Wirklichkeit kämpfen die Athletinnen und Athleten mit hoher Belastung, Zittern in den Beinen und einem rasenden Puls. Trotzdem muss das Fadenkreuz ruhig im Ziel stehen – die Scheiben sind nur 11,5 Zentimeter groß (stehend) bzw. 4,5 Zentimeter (liegend), treffen müssen sie aus 50 Metern Entfernung.
- Hohe Laktatwerte nach der Laufrunde erschweren die Muskelkontrolle.
- Wind und Wetter beeinflussen jede Kugel und erfordern schnelle Korrekturen.
- Zeitdruck zwingt zu einem Kompromiss aus Ruhe und Schussfrequenz.
- Mentaler Druck steigt, je näher das Ziel und je größer die Erwartungshaltung wird.
Trotz dieser Bedingungen treffen die besten Biathletinnen und Biathleten der Welt im Schnitt deutlich über 85 Prozent ihrer Schüsse, manche sogar über eine komplette Saison mehr als 90 Prozent. Diese Mischung aus Ausdauerleistung und Schießkunst macht Biathlon so einzigartig.
1.2 Typische Rennsituation aus Zuschauersicht
Wer Biathlon im Fernsehen verfolgt, kennt die Momente, in denen die Spannung fast greifbar ist: Am letzten Schießstand laufen drei Athletinnen gemeinsam ein – etwa eine Deutsche, eine Norwegerin und eine Französin. Alle wissen, dass jetzt wenige Sekunden über Sieg, Podest oder Enttäuschung entscheiden.
- Die Norwegerin schießt schnell, aber risikoreich – ein Fehler, eine Strafrunde.
- Die Französin nimmt sich mehr Zeit, trifft vier von fünf Scheiben, muss ebenfalls in die Strafrunde.
- Die deutsche Athletin atmet zweimal tief ein, stabilisiert das Gewehr – fünf Schuss, fünf Treffer.
Innerhalb dieser wenigen Sekunden hat sich die komplette Rennsituation gedreht. Wer zuvor geführt hat, findet sich plötzlich in der Verfolgerrolle wieder. Diese schnelle Dynamik, gekoppelt mit einer klar verständlichen Regel (Treffer = weiterlaufen, Fehler = Strafe), macht Biathlon auch für Gelegenheitszuschauer extrem zugänglich.
2. Die Grundlagen des Biathlons – Regeln und Formate
Um die Faszination Biathlon richtig zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Wettkampfformen. Sie alle kombinieren Skilanglauf und Schießen – unterscheiden sich aber in Distanz, Ablauf und Strafsystem. Gerade beim TV-Schauen hilft dieses Grundwissen, Rennsituationen besser einordnen zu können.
2.1 Die Disziplinen im Biathlon
| Disziplin | Distanz Frauen | Distanz Männer | Schießeinlagen | Strafen bei Fehlschüssen |
|---|---|---|---|---|
| Sprint | 7,5 km | 10 km | 2 (liegend, stehend) | 1 Strafrunde (150 m) pro Fehler |
| Verfolgung | 10 km | 12,5 km | 4 | Strafrunden |
| Einzel | 15 km | 20 km | 4 | 1 Strafminute pro Fehler |
| Massenstart | 12,5 km | 15 km | 4 | Strafrunden |
| Staffel | 4 × 6 km | 4 × 7,5 km | je 2 pro Läufer:in | 3 Nachlader, danach Strafrunden |
| Mixed-Staffel / Single-Mixed | Frauen und Männer im Team | 2–4 (je nach Format) | Nachlader + Strafrunden | |
Jede dieser Disziplinen hat ihren eigenen Charakter. Der Sprint ist kurz und explosiv, die Verfolgung lebt von direkten Duellen und Überholmanövern, das Einzel belohnt Genauigkeit beim Schießen und der Massenstart ist die taktische Königsdisziplin mit allen Favoriten im direkten Vergleich. Staffeln sorgen zusätzlich für nationale Emotionen.
Strafrunden vs. Strafminuten
- Strafrunden (150 m): werden direkt nach dem Schießen gelaufen und kosten etwa 20–25 Sekunden.
- Strafminuten: werden am Ende zur Laufzeit addiert – im Einzel können so auch wenige Fehler ein sonst starkes Rennen ruinieren.
2.2 Schlüsselkompetenzen der Athletinnen und Athleten
Erfolg im Biathlon ist nie das Produkt einer einzelnen Stärke. Wer regelmäßig Weltcuprennen gewinnen will, braucht ein komplettes Paket: körperliche Basis, stabile Schießtechnik, taktisches Gespür und mentale Robustheit.
- Ausdauer & Geschwindigkeit: ohne Weltklasse-Laufniveau ist die Spitze außer Reichweite.
- Präzision am Schießstand: Trefferquoten von 85–90 % sind im Weltcup keine Seltenheit.
- Mentale Stärke: der Umgang mit Fehlern und Druck entscheidet oft über Podest oder Platz 15.
- Taktik & Rennintelligenz: wann angreifen, wann Kräfte sparen, wie mit Wind und Startnummer umgehen?
- Material: Ski, Schliff und Wachs können bei wechselnden Bedingungen über Sekunden pro Runde entscheiden.
2.3 Strafrunden, Strafminuten & Taktik am Schießstand
Am Schießstand entscheidet sich, ob ein gutes Rennen zu einem großartigen oder zu einem gebrauchten Tag wird. Manche Athletinnen und Athleten setzen auf schnelles Schießen und nehmen ein höheres Risiko in Kauf, andere zielen etwas länger und versuchen um jeden Preis, Strafrunden zu vermeiden. Gerade bei Wind ist die richtige Strategie entscheidend.
- Wind: schon leichter Seitenwind kann Schüsse verreißen – erfahrene Biathlet:innen lesen die Fähnchen und korrigieren.
- Startnummer: frühe Nummern haben bei wechselndem Wetter andere Bedingungen als späte.
- Gesamtwertung: wer um den Gesamtweltcup kämpft, agiert oft kontrollierter; Außenseiter können volles Risiko gehen.
3. Deutschlands Erfolgsgeschichte im Biathlon
Deutschland zählt historisch zu den erfolgreichsten Biathlon-Nationen überhaupt. Olympiasiege, Weltmeistertitel und Gesamtweltcup-Erfolge haben den Sport hierzulande mitgeprägt – und gleichzeitig den Boom ausgelöst, der bis heute anhält. Die deutsche Biathlon-Geschichte lässt sich grob in Pionierzeit, goldene Ära und Übergangsgeneration einteilen.
3.1 Pioniere und die Anfänge
In den 1960er- und 1970er-Jahren war Biathlon in Deutschland noch eine Randsportart. Die ersten internationalen Erfolge waren vor allem Insidern ein Begriff. Ein Name sticht dabei heraus: Peter Angerer, der 1984 bei den Olympischen Spielen in Sarajevo Silber im Einzel und Gold mit der Staffel gewann und damit den Biathlon stärker in die Öffentlichkeit rückte.
Parallel dazu prägte Frank Ullrich die Szene – zunächst als Athlet mit WM- und Olympiamedaillen, später als erfolgreicher Trainer. Er war eine der Schlüsselfiguren beim Aufbau einer Struktur, aus der in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Top-Biathleten hervorgingen.
3.2 Die goldene Ära mit Neuner, Wilhelm & Co.
Ab den 1990er-Jahren begann die wohl glanzvollste Phase des deutschen Biathlons. Vor allem die Frauen dominierten Weltcups und Großereignisse. Namen wie Uschi Disl, Andrea Henkel, Kati Wilhelm und später Magdalena Neuner sind untrennbar mit dieser Zeit verbunden.
- Uschi Disl: über ein Jahrzehnt eine der Konstanten im Weltcup, mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin, liebevoll „Turbo-Disl“ genannt.
- Kati Wilhelm: dreifache Olympiasiegerin, WM-Gold in mehreren Disziplinen, auch nach ihrer Karriere als TV-Expertin prominent.
- Andrea Henkel: eine der komplettesten Athletinnen ihrer Zeit, erfolgreich im Einzel, Sprint und in Staffeln.
- Magdalena Neuner: zwölffache Weltmeisterin und zweifache Olympiasiegerin, trotz früherem Karriereende eine der größten Biathletinnen der Geschichte.
Bei den Männern sorgten Athleten wie Ricco Groß, Sven Fischer und später Michael Greis für Furore. Greis gewann 2006 in Turin sensationell drei olympische Goldmedaillen. In den 2010er-Jahren kamen Arnd Peiffer, Simon Schempp und Erik Lesser hinzu, die mit ihren Erfolgen die deutsche Bilanz weiter ausbauten.
Biathlon-Nationenvergleich (vereinfacht)
In vielen Saisons der letzten Jahre lagen Norwegen, Frankreich und Deutschland im Nationencup dicht beisammen – ein Beleg für die anhaltende Stärke des deutschen Teams.
- Norwegen
- Frankreich
- Deutschland
3.3 Übergangsgeneration und aktuelle Situation
Nach der goldenen Ära folgte eine Übergangsphase, in der viele Stars ihre Karrieren beendeten. Bei den Männern prägten Athleten wie Arnd Peiffer, Simon Schempp, Erik Lesser und Benedikt Doll diese Zeit. Doll holte unter anderem WM-Gold im Sprint 2017 und gewann bis zu seinem Rücktritt 2024 regelmäßig Weltcuprennen.
Bei den Frauen sorgte die frühere Langläuferin Denise Herrmann-Wick mit WM- und Olympiatiteln für Glanzpunkte, ehe auch sie ihre Laufbahn beendete. Heute stehen Athletinnen wie Franziska Preuß, Vanessa Voigt oder Janina Hettich-Walz im Fokus, dazu kommen junge Namen aus dem IBU-Cup. Sie alle sollen die nächste Erfolgsgeschichte schreiben.
🔄 Update-Hinweis
Durch Rücktritte von Stars wie Benedikt Doll und Denise Herrmann-Wick hat das deutsche Team ein neues Gesicht bekommen. Jedes Saisonende bietet sich an, diesen Abschnitt mit den neuesten Kaderinfos, Podestplätzen und Medaillen zu aktualisieren.
4. Die Bedeutung des Biathlons in Deutschland
Biathlon ist in Deutschland längst mehr als eine Randsportart. In den Wintermonaten gehört der Sport zum Pflichtprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender, füllt Stadien und sorgt für emotionale Momente. Millionen Fans fiebern vor dem Fernseher mit, viele reisen jedes Jahr an die Strecken nach Oberhof oder Ruhpolding.
4.1 Zuschauerzahlen und mediale Präsenz
Gemessen an den TV-Quoten gehört Biathlon zu den erfolgreichsten Wintersportarten überhaupt. Rennen erreichen regelmäßig ein Millionenpublikum, insbesondere Verfolgungs- und Massenstarts. An Wintersport-Wochenenden sind Biathlon-Wettkämpfe häufig Quoten-Spitzenreiter – teilweise mit höheren Marktanteilen als parallel laufende Bundesliga-Spiele.
ARD und ZDF übertragen nahezu alle Weltcuprennen live, inklusive Vorberichten, Analysen und Hintergrundgeschichten. Ehemalige Athletinnen und Athleten erklären dabei die Taktik und ordnen Leistungen ein – ein weiterer Faktor, der die Nähe zum Publikum erhöht.
4.2 Biathlon-Events in Oberhof, Ruhpolding & Co.
Besonders deutlich wird die Bedeutung des Biathlons bei den Weltcups in Oberhof und Ruhpolding. Dort entstehen regelmäßig Bilder, die um die Welt gehen: voll besetzte Tribünen, Fahnenmeere, Fangesänge und eine Stimmung, die eher an Fußball erinnert als an klassischen Wintersport. Viele Fans verbinden mit diesen Orten feste Jahresrituale.
Ergänzt werden die Weltcups von Show-Events wie der World Team Challenge in der Arena auf Schalke, bei der Biathlon unter Flutlicht und in einem kompakten Format präsentiert wird. Solche Veranstaltungen holen den Sport zu Menschen, die sonst keine Loipen oder Berge vor der Haustür haben.
Biathlon in Deutschland – Zahlen (vereinfacht)
- regelmäßig mehrere Millionen TV-Zuschauer pro Rennen, besonders bei Verfolgung & Massenstart
- zehntausende Fans vor Ort in Oberhof und Ruhpolding – oft ausverkaufte Arenen
- hohe mediale Präsenz in TV, Livestreams und Social Media
4.3 Wirtschaftlicher und kultureller Einfluss
Biathlon-Veranstaltungen sind wichtige Wirtschaftsfaktoren für ihre Regionen. Hotels, Pensionen, Gastronomie und lokale Dienstleister profitieren vom Ansturm der Fans, Medienvertreter und Teams. In manchen Orten zählen die Biathlon-Wochen zu den umsatzstärksten Zeiten des Jahres.
Sportlich spielt der Biathlon im Deutschen Skiverband (DSV) eine zentrale Rolle. Über Leistungszentren, Bundesstützpunkte und Eliteschulen des Sports wird gezielt Nachwuchs aufgebaut. Viele Athletinnen und Athleten gehören gleichzeitig Sportfördergruppen von Bundeswehr oder Polizei an – ein Modell, das Leistungssport und berufliche Perspektive verbindet.
- Nachwuchsförderung: Frühe Sichtung, regionale Stützpunkte, IBU-Juniorenwettkämpfe.
- Infrastruktur: moderne Arenen mit Schießständen, Beschneiungsanlagen und Loipennetz.
- Kultur: in Orten wie Oberhof und Ruhpolding gehört Biathlon zur lokalen Identität.
5. Deutschlands Stellung im internationalen Biathlon
Historisch gehört Deutschland zu den erfolgreichsten Biathlon-Nationen der Welt. In den letzten Jahren haben jedoch andere Länder – allen voran Norwegen, Frankreich und Schweden – zeitweise die Spitze übernommen. Deutschland bleibt im Nationencup aber konstant im Vorderfeld und ist damit klar Teil der Weltelite.
5.1 Vergleich mit den stärksten Nationen
- Norwegen: gilt seit Jahren als Maßstab im Biathlon. Breite Kader, moderne Trainingskonzepte und starke Nachwuchsförderung sorgen für Dominanz in vielen Saisons.
- Frankreich: baute um Martin Fourcade eine Erfolgsmannschaft auf. Auch nach seinem Karriereende bleiben Athleten wie Quentin Fillon Maillet oder Julia Simon Garanten für Podestplätze.
- Schweden: hat vor allem im Damenbereich mit Hanna und Elvira Öberg große Sprünge gemacht und gehört inzwischen regelmäßig zur Siegkonkurrenz.
- Deutschland: ist von absoluter Dominanz zu stabiler Spitzenmannschaft geworden – Staffeln sind weiterhin Medaillenkandidaten, Einzelläufe bringen immer wieder Podestplätze.
Tendenz im Nationencup (vereinfacht)
Norwegen führt häufig den Nationencup an, während Frankreich, Deutschland und Schweden knapp dahinter liegen.
- Norwegen: ██████████
- Frankreich: █████████░
- Deutschland: ████████░░
- Schweden: ███████░░░
5.2 Blick auf die Weltcup-Saison 2025/26
Die Weltcup-Saison 2025/26 bietet wieder eine Mischung aus klassischen und neueren Standorten. Besonders im Fokus stehen die deutschen Heimrennen in Oberhof und Ruhpolding, die traditionell Anfang und Mitte Januar stattfinden. Hier wollen sich deutsche Athletinnen und Athleten vor heimischer Kulisse von ihrer besten Seite zeigen.
| Etappe | Ort | Land | Zeitraum (geplant) |
|---|---|---|---|
| 1 | Östersund | Schweden | Ende November – Anfang Dezember 2025 |
| 2 | Hochfilzen | Österreich | Mitte Dezember 2025 |
| 3 | Annecy–Le Grand-Bornand | Frankreich | Dezember 2025 |
| 4 | Oberhof | Deutschland | 8.–11. Januar 2026 |
| 5 | Ruhpolding | Deutschland | 14.–18. Januar 2026 |
| 6 | Nové Město na Moravě | Tschechien | Ende Januar 2026 |
| 7 | Kontiolahti | Finnland | März 2026 |
| 8 | Otepää | Estland | März 2026 |
| 9 | Oslo-Holmenkollen | Norwegen | Saisonfinale März 2026 |
Dazu kommen die Biathlon-Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele 2026 in Antholz-Anterselva. Sie zählen zwar nicht zur Weltcup-Gesamtwertung, sind aber sportlicher Höhepunkt der Saison. Deutsche Athletinnen und Athleten träumen traditionell von Medaillen speziell bei Olympischen Spielen – diese Rennen beeinflussen daher die gesamte Saisonplanung.
5.3 Herausforderungen und Chancen für den deutschen Biathlon
Damit Deutschland in Zukunft wieder häufiger um Gesamtweltcups kämpfen kann, müssen mehrere Stellschrauben passen. Vieles davon ist bereits auf einem guten Weg, anderes steht noch auf der To-do-Liste.
- Nachwuchsarbeit: Talente müssen frühzeitig identifiziert und systematisch aufgebaut werden – vom Schülerwettkampf bis zum IBU-Cup.
- Moderne Trainingsmethoden: Höhentrainings, Schießsimulationen, Datenanalysen und individuelle Trainingssteuerung werden immer wichtiger.
- Mentale Betreuung: professionelle Unterstützung hilft, mit Druck, Fehlern und Rückschlägen umzugehen.
- Material & Service: Ski, Schliff und Wachs entscheiden bei wechselnden Bedingungen über Zehntel und Sekunden.
- Klimawandel: milde Winter machen Schneesicherheit, flexible Planungen und Beschneiungssysteme immer bedeutender.
6. Fazit: Biathlon als Traditionssport mit Zukunft
Biathlon vereint körperliche Härte, taktische Finesse und mentale Stärke wie kaum eine andere Sportart. Der Mix aus Vollgas auf der Loipe und Millimeterarbeit am Schießstand sorgt dafür, dass selbst erfahrene Fans immer wieder überrascht werden. Kein Rennen gleicht dem anderen, und oft entscheidet sich alles in den letzten Minuten.
Deutschland blickt auf eine beeindruckende Biathlon-Geschichte zurück. Von den ersten Pionieren über die goldene Ära mit Neuner, Wilhelm, Disl und Greis bis zu den heutigen Athletinnen und Athleten: Der deutsche Biathlon hat den Sport weltweit mitgeprägt. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, welche neue Generation in diese großen Fußstapfen treten kann.
Gleichzeitig ist die Konkurrenz stärker geworden. Norwegen, Frankreich und Schweden haben investiert und große Kader aufgebaut. Um mitzuhalten, braucht es in Deutschland weiterhin konsequente Nachwuchsarbeit, moderne Trainingskonzepte und optimale Rahmenbedingungen. Die Grundlagen dafür sind vorhanden – jetzt geht es darum, sie in Titel und Medaillen umzumünzen.
Eines ist sicher: Solange in Oberhof, Ruhpolding oder Oslo am letzten Schießstand die Scheiben fallen und das Stadion den Atem anhält, solange wird Biathlon Millionen Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt begeistern. Die nächste große Erfolgsgeschichte könnte schon in der kommenden Saison beginnen.
Zusammenfassung:
Biathlon zählt in Deutschland zu den beliebtesten Wintersportarten. Die Mischung aus Skilanglauf und Schießen sorgt für maximale Spannung, klare Regeln machen den Sport leicht verständlich. Unterschiedliche Formate – Sprint, Verfolgung, Einzel, Massenstart und Staffeln – bieten ständig neue Geschichten.
Deutschland war und ist eine der prägenden Biathlon-Nationen. Legendäre Namen wie Magdalena Neuner, Kati Wilhelm, Uschi Disl, Michael Greis oder Arnd Peiffer stehen für große Erfolge. Die aktuelle Generation arbeitet daran, diese Tradition fortzusetzen.
Der internationale Wettbewerb ist härter geworden, doch mit guter Nachwuchsarbeit, moderner Trainingssteuerung und starker Fanbasis hat der deutsche Biathlon beste Chancen, auch in Zukunft eine führende Rolle zu spielen.
❓ Häufige Fragen zum Biathlon
🟦 Was ist Biathlon?
Biathlon ist eine Wintersportart, die Skilanglauf im freien Stil mit Kleinkaliber-Schießen auf 50 Meter kombiniert.
Die Athletinnen und Athleten laufen mehrere Runden auf der Loipe und absolvieren dazwischen Schießeinlagen im Liegen
und Stehen. Fehlschüsse führen zu Strafrunden oder Zeitstrafen.
🟦 Welche Wettkampfformate gibt es im Biathlon?
Zu den wichtigsten Disziplinen zählen Sprint, Verfolgung, Einzel, Massenstart sowie Staffel- und Mixed-Formate.
Sie unterscheiden sich in Distanz, Anzahl der Schießeinlagen und im Strafsystem.
🟦 Wie funktionieren Strafrunden und Strafminuten?
In Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel führt jeder Fehlschuss zu einer 150-Meter-Strafrunde,
die sofort nach dem Schießen gelaufen wird. Im Einzel wird pro Fehlschuss eine Strafminute zur Laufzeit addiert –
dort ist sicheres Schießen besonders wichtig.
🟦 Warum ist Biathlon in Deutschland so beliebt?
Biathlon ist spannend, leicht verständlich und durch große deutsche Erfolge fest im Bewusstsein vieler Fans verankert.
Heimweltcups in Oberhof und Ruhpolding sowie umfangreiche TV-Berichterstattung von ARD und ZDF haben den Sport
zusätzlich populär gemacht.
🟦 Wo finden in Deutschland Biathlon-Weltcups statt?
Die wichtigsten deutschen Weltcup-Stationen sind Oberhof in Thüringen und Ruhpolding in Bayern.
Beide Orte verfügen über moderne Arenen und ziehen jedes Jahr zehntausende Fans an.
🟦 Welche Nationen sind im Biathlon am stärksten?
Aktuell zählen vor allem Norwegen, Frankreich, Schweden und Deutschland zur absoluten Weltspitze.
Norwegische Teams dominieren viele Nationenwertungen, doch auch die Konkurrenz holt regelmäßig Siege und Medaillen.
🟦 Welche Erfolge hat Deutschland im Biathlon erzielt?
Deutschland hat zahlreiche Olympiasiege, Weltmeistertitel und Gesamtweltcups gewonnen. Unter anderem prägten
Magdalena Neuner, Kati Wilhelm, Uschi Disl, Andrea Henkel, Michael Greis und Arnd Peiffer die internationale Spitze.
🟦 Wie sieht die Zukunft des deutschen Biathlons aus?
Mit einer guten Nachwuchsarbeit, moderner Trainingssteuerung und einer starken Fanbasis hat Deutschland
beste Chancen, auch in Zukunft regelmäßig um Medaillen bei Weltcups, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen
mitzukämpfen.
🟦 Wer überträgt Biathlon im deutschen Fernsehen?
In Deutschland senden vor allem ARD und ZDF die Weltcups live im Free-TV und per Livestream. Ergänzend übertragen
auch Eurosport und verschiedene Streaming-Dienste ausgewählte Rennen.
🟦 Kann man Biathlon auch als Hobby ausprobieren?
Ja, an vielen Wintersportorten gibt es Biathlon-Schnupperangebote, bei denen Interessierte unter Anleitung
erste Runden auf der Loipe drehen und mit Kleinkaliber- oder Lasergewehren auf Biathlon-Zielscheiben schießen können.
Voraussetzung sind eine solide Grundfitness und die Einhaltung der Sicherheitsregeln am Schießstand.
